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Winterschnittkurs 2023

Bei strahlendem Frühlingswetter im Januar konnte der OGV Berkheim zahlreiche obstbauinteressierte Besucher begrüßen. Zu Anfang erläuterte der Fachwart Martin Krinn die Grundvoraussetzungen, dass ein Obstbaum überhaupt wachsen kann und eine funktionale Krone bildet. „Ohne Schnitt, ausreichend Wasser und eine angemessene Düngung geht gar nichts“, so der
Fachwart.
Bei dem Erziehungsschnitt eines 7-jährigen Apfelbaums mit Rundkrone erklärte er den Teilnehmern worauf es ankommt. Die Leitäste und die Fruchtäste sowie die Mitte werden jedes Jahr angeschnitten. Dies sorgt für Wachstum und eine kräftige stabile Krone.


Dass auch bei einem Profi einiges schiefgehen kann, zeigte der Fachwart an einem Apfelbaum gleichen Alters mit einer gegen Apfelschorf resistenten Sorte. Der Fruchtbehang in den Anfangsjahren war zu hoch und die Leit- und Fruchtäste wuchsen nicht mehr so stark, wie gewollt. „Hier hätte man die Blüten und zu viele Äpfel entfernen müssen. Moderne Sorten sind sehr fruchtbar“, so der Fachwart.


In der anschließenden Pause mit Kaffee und Glühmost ergab sich ein lebhafter Austausch unter den Teilnehmern. Auch die Werbetrommel wurde gerührt. „Für 10 Euro Jahresbeitrag so viele Fachinformationen, Verpflegung und schönes Wetter, das gibts eben nur beim OGV Berkheim“. Neue Mitglieder stärken auch den Verein in seinen Aktionen, warb die Vereinsleitung.


Gut gestärkt ging es dann an Steinobst und Spindelbäume. Bei einer Zwetschge demonstrierte Martin Krinn deren Schnitt. „Ein Fehler wird oft gemacht, indem man zu lange einjährige Triebe einfach einkürzt. Entweder weg oder lassen und vielleicht etwas flacher formieren. Mit Schnüren oder Gewichten lässt sich das lösen. Ein flacherer Wuchs fördert die Fruchtbarkeit “, erklärte der Fachwart.
Obstbäume mit einer Spindelerziehung war das letzte Ziel an diesem Nachmittag. Eine Spindelerziehung mit einer schwachwachsenden Unterlage bietet sich für kleine Gärten an. Im Idealfall sieht eine Spindel so aus wie ein Tannenbaum. Unten befinden sich etwas breitere Fruchtäste, im oberen Bereich dünnere Fruchtäste. Auch wird im oberen Bereich mit wenig Schnitten gearbeitet. Auch hierbei gab es lebhafte Diskussionen als der Fachwart einige Äste einfach weg riss. „Reißen hat den Vorteil, dass mit der weggerissenen Rinde auch gleich die schlafenden Knospen entfernt werden und der Baum dadurch oben schmal bleibt“, so der Fachwart. Voraussetzung ist allerdings trockenes Wetter, und gesundes Holz im Baum. Kernobst ist ein guter Wundheiler und verträgt das. Bei Steinobst wird vom Reißen abgeraten, ergänzte Martin Krinn.

Nach drei Stunden Fachinformation und intensiven Austausch unter den Teilnehmern bedankte sich die Vereinsleitung für den Besuch.

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